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Gemeinde-App

By 27. Februar 2018 No Comments

Warum verfügen in der Schweiz nur so wenige Gemeinden über eine eigene App?

 

In der Schweiz hat heute beinahe jede Gemeinde, unabhängig von Einwohnerzahl und Finanzkraft, eine eigene Website. Bei den Gemeinde-Apps sieht es etwas anders aus. Lediglich ein kleiner Teil der 2255 Schweizer Ortschaften bietet seinen Einwohnerinnen und Einwohnern eine mobile App zum Download aufs Smartphone an. Woran liegt das?

Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben uns bei den Gemeinden des Verwaltungskreises Bern-Mittelland schlau gemacht. Mit Hilfe einer Online-Umfrage erkundigten wir uns bei den rund 80 Ortschaften, wie sie’s mit der eigenen App halten.

Hintergrund der Umfrage war für Byrds & Bytes eine Machbarkeitsstudie zu einer mobilen App, welche für jede Schweizer Gemeinde in Frage kommt. Sei es bezüglich Finanzierbarkeit, Funktionsumfang sowie Sprach- und Gerätekompatibilität.

Die wichtigsten Eckdaten aus der Umfrage haben wir im Folgenden festgehalten. In einem zweiten Teil werden wir später eine Analyse und mögliche Ansatzpunkte für eine Gemeinde-App in Eigenproduktion veröffentlichen.

 

Zusammenfassung

  • Kleinere Gemeinden verfügen über keine eigene Gemeinde App.
  • Das Interesse an einer eigenständigen Gemeinde App ist relativ klein und wird nicht wahrnehmbar gegenüber einer plattformbasierten Gemeinde App bevorzugt.
  • Die Gemeinde App sollte insbesondere zur Publikation von News, Veranstaltungen, Kontaktinformationen sowie einem Portrait der Gemeinde genutzt werden können.
  • Zum Einspeisen von Informationen auf die Gemeinde App wird ein Webinterface bevorzugt (Erfassen der Daten über eine Webseite und automatisches Einspeisen in die App).

 

Detailierte Umfrageerkenntnisse

Welche Gemeinden verfügen über eigene Apps?
Unter den befragten Gemeinden verfügten knapp 90% über keine eigene Gemeinde App. Wichtigster Faktor, ob eine Gemeinde über eine App verfügt oder nicht war die Einwohnerzahl sowie das (damit zusammenhängende) Budget für die Kommunikationskanäle der Gemeinden.

Wie wichtig ist eine eigenständige Gemeinde App?
Unter einer eigenständigen Gemeinde App verstehen wir eine speziell für eine bestimmte Gemeinde umgesetzte mobile App, welche im Apple App Store sowie im Google Play Store heruntergeladen werden kann (Gemeinde XY App).

Das Gegenmodell dazu ist eine plattformbasierte Gemeinde App. Darunter verstehen wir eine App für die Gemeinden der Schweiz, auf der die Einwohner durch Angabe ihres Wohnorts bzw. durch eine Geolokalisierung auf die gewünschten Informationen ihrer Gemeinde zugreifen können. Man könnte es so formulieren, dass sich die Gemeinden in diesem Modell eine App teilen und so erhebliche Entwicklungs- und Wartungskosten gespart werden können.

Unter den befragten Gemeinden wurde der Stellenwert einer eigenständigen Gemeinde App als gar nicht wichtig (37.5%) bis relativ unwichtig (37.5%) bewertet.

Welche Informationen sollten auf einer Gemeinde App publiziert werden können?
Gefragt wurde nach den Inhalten, welche die Gemeinden über die App veröffentlichen möchten. Am wichtigsten war für 87.5% aller Befragten die Publikation von Newsmeldungen gefolgt von Kontaktinformationen zur Gemeinde sowie Veranstaltungshinweisen mit jeweils 62% und einem Gemeindeportrait mit 50% der Befragten.

Wie sollen aktuelle Informationen auf der Gemeinde App erfasst werden?
Die Veröffentlichung von aktuellen Informationen auf den Gemeindewebseiten (100% der befragten Gemeinden verfügen über eine eigene Webseite) erfolgte bei allen Befragten durch gemeindeinternes Personal. Dagegen verfügen 77.8% der Befragten nicht über internes IT-Personal um komplexere Anpassungen an den Webseiten vorzunehmen.

Das Einspeisen von neuen Informationen auf die Gemeinde App kann grundsätzlich auf drei verschiedene Arten erfolgen:

  1. Informationen werden in der App selbst mittels eines Admin-Zugangs eingespiesen.
  2. Informationen werden mittels eines eigenen Webinterfaces (spezielle Website mit Login und Formularfeldern) eingespiesen.
  3. Informationen werden vom Entwickler der App eingespiesen

Die erste Variante (1) wurde von rund 25% der Befragten bevorzugt. Hauptnachteil bei dieser Methode ist, dass das Erfassen von Daten über ein Mobiltelefon sehr aufwendig und fehleranfällig ist. Die Implementierung eines solchen Erfassungsmodells ist dagegen relativ wenig aufwendig.

Das Einspeisen von Informationen auf Seiten des Entwicklers (3) wurde ebenfalls von 25% der Befragten bevorzugt. Hier ist der Hauptnachteil die personelle Einbindung der Entwicklung in die Aktuellhaltung der Website. Dies ist nicht nur mit stark erhöhten Unterhaltskosten verbunden, es macht es auch schwieriger kurzfristige Informationen zu erfassen bzw. Nachkorrekturen vorzunehmen.

Rund die Hälfte der befragten Personen (52%) würde die zweite Variante (2), das Erfassen von aktuellen Informationen mittels Webinterface, bevorzugen. Diese Methode hat den Vorteil, das Daten sehr schnell und einfach eingegeben und angepasst werden können und das auf der Seite des Kunden kein vertieftes technisches Wissen vorausgesetzt wird. Die Entwicklung eines solchen Webinterfaces ist für den Einzelanwender jedoch relativ teuer und macht für das Szenario der eigenständigen Gemeinde App daher eher wenig Sinn.

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